Madonna della Corona

File 236Madonna della Corona ist der Name eines populären Wallfahrtsortes, der sich in etwa einer Stunde Fahrtweg Entfernung südlich von Malcesine am Ostufer des Gardasees befindet. Vor der malerischen Kulisse der Berglandschaft des Nationalparks Monte Baldo schmiegt sich hier eine mittelalterliche Kirche fast 800 Metern Höhe an die Felswand einer Steilklippe, die aufgrund ihrer atemberaubenden Lage nicht nur Pilgerer und Heilsuchende aus aller Welt in ehrfürchtiges Erstaunen zu versetzen vermag – selbst heutzutage kann man sich nur schwer vorstellen, welch außergewöhnlicher Bauaufwand betrieben werden musste, um dieses unvergleichliche Heiligtum zu errichten.

Das erste Gotteshaus wurde bereits im 12. Jahrhundert an dem Felsvorsprung, an dem sich die Madonna della Corona heute befindet, erbaut. Was als Einsiedelei einiger vereinzelter Gläubigen begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte dann zu einer dauerhaften Siedlung von Mönchen, die in den kargen Gebirgshöhen nach Askese und Abgeschiedenheit suchten. Nachdem der Malteserorden im 15. und 16. Jahrhundert die Vorherrschaft über die Region und auch das Felsenkloster übernahm, wurde die Madonna della Corona zu ihrer heutigen Pracht und Größe ausgebaut – der Legende zufolge wies das nächtliche Erscheinen einer Madonnenstatue auf dem Berghang den Mitgliedern der Ordensgemeinschaft ihren Weg. Tatsächlich erhielt das Kloster von dieser Statue auch seinen heutigen Namen – und wird die Schutzheilige der Kirche nach wie vor um Spontanheilungen und andere Wunder angebetet.

Gemäß der traditionellen Prinzipien einer Pilgerkirche ist die Anfahrt nach Madonna della Corona mit dem Auto nicht möglich. Stattdessen erwartet den Besucher ein rund zweistündiger Pilgerweg vom Städtchen Brentino aus, der für die Strapazen des Aufstieges jedoch gebührend entschädigt – mit unvergesslichen Blicken über das umliegende Etschtal ebenso wie mit einer Reihe an künstlerischen Skulpturenkonstellationen, die entlang des Weges die Stationen des Kreuzweges Jesu nacherzählen. In den Sommermonaten besteht auch die Möglichkeit, mit einem Kleinbus von Spiazzi aus den Großteil des Weges bis zur Kirche zu fahren.

Einmal in luftigen Höhen angekommen, erwartet die Touristen dann ein wahrhaft unvergesslicher Blick auf das Heiligtum und seine einzigartige Lage. Die Kirchengebäude selbst sind eher schlicht gehalten, locken aber mit einem originalen und sehr gut erhaltenen Fresko der Jungfrau aus dem 14. Jahrhundert und vielen kunstvoll gestalteten Marienstatuen. Darüber hinaus besteht jeden Tag die Möglichkeit, an Messen teilzunehmen oder dem Glockenspiel zu lauschen, das um Punkt 12 Uhr im Innenhof der Kirche erklingt.